"Es gibt Familien, in deren Kellern Leichen liegen. Dunkle Geschichten, vor langer Zeit archiviert und über Jahrzehnte weggesperrt, geraten in Vergessenheit. Als tickende Zeitbomben haben sie viele Namen: Angst. Schuld. Scham. Verleugnung. Die Gründe für ihre Verbannung in die tiefsten Schichten sind vielfältig und sorgen für einen sonderbaren Pakt zwischen all jenen, die das geheime Wissen teilen. Ein Pakt des Schweigens, der sie gut schlafen lässt. Aber das Ausblenden verdrängter Wahrheiten gewährt nur einen zerbrechlichen Schlaf. Bis etwas Unvorhergesehenes passiert." 

 

Bettina Storks, aus: LEAS SPUREN (erscheint am 14. Oktober 2019)

 

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Man nehme eine faszinierende Figur, verpasse ihr eine glaubwürdige Biographie, erfinde eine spannende Geschichte in einem spektakulären Setting und mische alles mit Emotionen und Atmosphäre. So einfach ist die Entstehung eines Romans nicht. Glücklicherweise. Was aber macht gute Geschichten aus? Das Talent des Erfinders? Eine flotte Schreibe? Gibt es einen Schlüssel zum Erfolg? Nein. Aber es gibt Bausteine für gute Geschichten. Sie haben schlichte Namen: Arbeit. Ausdauer. Geduld.

 

Die Entwicklung eines Romans ist ein Abenteuer. Man entwirft, verwirft, löscht Manuskriptseiten und fängt von vorne an. Ich beobachte. Ich studiere die Menschen. Dann folgt die Arbeit. Inspiration fällt nicht vom Himmel. Sie ist das Produkt von Arbeit. 

 

Und jedem Anfang wohnt (k)ein Zauber inne...

 

Ein Romanprojekt beginnt mit einer in einem Satz verpackten Idee: Eine Frau sucht auf den Spuren ihrer verstorbenen Großmutter ihre eigenen Wurzeln. Das reißt (noch) niemandem vom Hocker, ist aber der spröde Anfang von 500 folgenden Manuskriptseiten. Erst die Figuren hauchen einer Geschichte Leben ein. Wie ist meine Protagonistin gestrickt? Wo liegen ihre Stärken, ihre Schwächen, ihr Geheimnis? Dringe ich weit genug zu meiner Figur vor, geschieht etwas Magisches. Die Figur beeinflusst meine Geschichte. Manchmal schlägt sie andere Wege ein, als ich geplant habe. Warum? Weil es folgerichtig ist. Weil ihr Charakter Auswirkungen auf das hat, was sie tut. Und somit auch auf meine Handlungsführung. Klingt logisch, oder? Das Setting (Baden-Baden, Provence, Paris) bildet die Stationen meiner Heldin, ihre Suche nach der Wahrheit erhält sozusagen realen Boden. Nichts ist willkürlich gewählt. Kein Handlungsort in meinen Romanen, den ich nicht mit eigenen Füßen betreten hätte. Das schafft Authentizität.

 

Figuren machen Geschichten 

 

Hand aufs Herz: Nach der Lektüre eines faszinierenden Romans – was bleibt uns in Erinnerung? Es sind die Figuren, die uns begeistern. Gute Geschichten leben von ihren Charakteren. Menschen mit all ihren Ecken und Kanten zu entwickeln gehört zu den schönsten und anspruchsvollsten Aufgaben des Schriftstellers. Je gründlicher die Vorarbeit, desto reichhaltiger die Ernte während des Schreibprozesses. Jede Haupt- und Nebenfigur wächst mir Seite um Seite ans Herz - mit all ihren Schwächen und Vorzügen. Der Leser will die Heldin bei ihrem Streben nach Glück begleiten. Mit ihr hadern, scheitern, neu anfangen. Mit ihr lieben, lachen, weinen. Wir lieben sie für ihre Fehler, nicht für ihre Makellosigkeit, weil wir instinktiv wissen: Das Streben nach Glück hat seinen Preis. Und der Weg zum Glück ist mit Hindernissen und Widerständen gepflastert. Als ihre Schöpferin muss ich dafür sorgen, dass sie es schwer haben werden. Am Ende lockt das Geschenk der Erkenntnis. Davon ist das Glück gar nicht so weit entfernt.